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Umrüstung

Beim Einsatz von nativen Schmierstoffen sind einige wichtige Hinweise zu beachten. So muss der Zustand der Anlage geprüft werden und das richtige native Öl eingesetzt werden. Native Schmierstoffe dürfen nicht mit Mineralöl gemischt werden, Filter müssen kontrolliert und gegebenenfalls ersetzt werden. Eine korrekte Inbetriebnahme und regelmäßige Prüfintervalle Ihrer Anlage sorgen für erhebliche Einsparungen. Und dann funktioniert das.

Zustand der Anlage prüfen. Sind die Schläuche und Dichtungen noch in gutem Zustand?

Sind beim evtl. Ersatz von Schläuchen für native Schmierstoffe geeignete Fabrikate verwendet worden? Auswahl des richtigen nativen Schmierstoffs für den Einsatzfall. Wichtig ist der Temperaturbereich, in dem die Anlage betrieben werden soll. HETG sind im Bereich -20°C bis +70°C einsetzbar. Darüber hinaus sollten HEES eingesetzt werden. Maßgebend sind aber nicht die Bezeichnungen, sondern die Angaben des Herstellers der Hydraulikflüssigkeit im Datenblatt.

Native Schmierstoffe und Mineralöl dürfen nicht gemischt werden

Der Öllieferant muss den maximalen Mineralölrestanteil festlegen. Anderenfalls gilt die zulässige Grenze für Verunreinigung nach VDMA-Richtlinie 24569: max. 2% Mineralöl. Bei Nichtbeachtung kann es zu starker Schaumentwicklung, Pumpenverschleiß, Korrosionsschäden und Verlust jeglicher Gewährleistungsansprüche kommen. Bei hohen Mineralölanteilen ist natürlich auch die biologische Abbaubarkeit in Frage gestellt. Daher muss die Anlage bei Umstellung gründlichentleert und gespült werden.

Native Schmierstoffe haben andere Lösungseigenschaften als Mineralöl

So werden Ablagerungen, die sich im Verlauf von Jahren beim Mineralölbetrieb gebildet haben, von nativen Schmierstoffen innerhalb weniger Tage aufgelöst. Damit es nicht zu Verstopfungen von Ventilen oder Kühlern durch gelöste Ablagerungen kommt, sollte der Tank bei der Umölung gereinigt werden und in den Tagen danach der Filter kontrolliert bzw. ein zweites Mal gewechselt werden. Auch Verkrustungen an Dichtungen werden gelöst, wodurch es zu vorübergehenden leichten Undichtigkeiten kommen kann.

Qualitätssicherung

Zur Dokumentation einer ordnungsgemäßen Umölung wird empfohlen, Ölproben vor und nach der Umölung im Labor untersuchen zu lassen. Um den Mineralölrest zu bestimmen, ist zusätzlich eine Probe des native Schmierstoffs aus der Verpackung erforderlich. Weitere Informationen über Labors geben die Öllieferanten, die oft auch eigene Labors unterhalten.

Spülergebnis

Anstelle einer Laboruntersuchung kann man das Spülergebnis auch über die Massenbilanz der entnommenen, der in der Anlage verbliebenen und der zugeführten Ölmengen bestimmen. Dazu ist es notwendig, zusätzlich zum Tankvolumen auch das gesamte Systemvolumen der Anlage zu kennen und die abgelassenen Ölmengen zu messen.

Die Umstellung sollte in den folgenden Schritten durchgeführt werden:

Warmes Öl aus der gesamten Anlage (Tank, Zylinder, Kühler, Leitungen) ablassen. Zu beachten ist, dass bei mobilen Anlagen nur 60 bis 70% des Ölvolumens im Tank enthalten sind; der Rest ist in der Anlage verteilt. Je gründlicher die Entleerung erfolgt, desto weniger Spülgänge sind erforderlich. Zur Kontrolle des Spülergebnisses die entnommene Ölmenge bestimmen.

Tank von innen kontrollieren und bei Bedarf reinigen. Tankverschluss auf Sauberkeit und Vorhandensein des Luftfilters prüfen.

Ölfiltereinsätze erneuern.

Die Anlage mit nativem Schmierstoff füllen. Alternativ kann zum Spülen auch eine spezielle, dafür geeignete Spülflüssigkeit verwendet werden.

Anlage entlüften und vorsichtig in Betrieb nehmen. Vorsicht: Durch Lufteinschlüsse verhalten sich die Zylinderantriebe anders als gewohnt; so kann z.B. die Endlagendämpfung vorübergehend unwirksam sein. Alle Antriebe müssen mehrmals betätigt werden, um die ganze Anlage durchzuspülen. Besonders gründlich müssen die geschlossenen hydrostatischen Getriebe - z.B. der Fahrantrieb bei Baggern - betätigt werden, da hier das Öl mehrmals im Kreis fließt, bevor es ersetzt wird.

Flüssigkeitsspiegel im Tank kontrollieren. Sinkt dieser beim Entlüften der Anlage, muss bei der Inbetriebnahme öfter so weit nachgefüllt werden, dass die Pumpe möglichst wenig Luft oder Schaum ansaugt. Vorübergehend verstärkte Schaumbildung ist beim Spülen normal. Dies hat zwei Gründe: In der Anlage eingeschlossene Luftreste mischen sich unter Druck mit dem Öl und werden bei der Entspannung im Tank wieder freigesetzt. Außerdem hat die beim Spülen gebildete Mischung aus Mineralöl nativem Schmierstoff ein schlechtes Luftabscheidevermögen. Die Schaumbildung sollte sich aber später mit der endgültigen Füllung nach einigen Betriebsstunden wieder normalisieren.

Anlage wie oben beschrieben wieder entleeren, neu mit Bioöl befüllen und in Betrieb nehmen.Wieder alle Antriebe betätigen. Bei Bedarf wiederholen.

Die Spülfüllungen sind nicht für den unbeaufsichtigten Dauerbetrieb geeignet. Erst nach abgeschlossener Umstellung darf die Anlage für den Dauerbetrieb freigegeben werden. Die Anzahl der Spülgänge richtet sich danach, wie gut die Anlage entleert werden kann, d. h. sie ist abhängig vom Tankanteil am Systemvolumen und vom Entleeren der Zylinder und Leitungen. Zwei Grenzfälle als Beispiele: Gelingt es z. B. die Anlage bis auf einen Rest von jeweils 14% zu entleeren, dann ist nach zweimaligem Entleeren und anschließendem Neubefüllen der Restanteil von genau 2% erreicht (14% von 14% = 2%). Gelingt es dagegen nur, einen Rest von jeweils 27% zu erreichen, dann führt ein dreimaliges Entleeren und Neubefüllen genau zu einem Rest von 2%.

Wartungshinweise

Nach einer Betriebszeit von etwa 50 Betriebsstunden nach der Umölung ist der Ölfilter auf verstärkte Schmutzansammlungen aus aufgelösten Ablagerungen zu kontrollieren und bei Bedarf zu ersetzen.

Ein Wassergehalt von 0,1% sollte nicht überschritten werden. Bei normaler Erwärmung des Öls, Vorhandensein und Sauberkeit des Luftfilters am Tank und nicht zu nasser Umgebung trocknet das Öl während des Betriebes automatisch. Allerdings können z. B. durch extreme Umweltbedingungen oder unsachgemäßes Waschen des Fahrzeuges größere Wassermengen ins System gelangen, die mit Hilfe von Spezialfiltern wieder entfernt werden müssen. Durch gute Filterung, z.B. mit Feinstfiltern im Nebenstrombetrieb, kann die Standzeit der Ölfüllung erheblich verlängert werden.

Zur Vermeidung von späteren Vermischungen mit Mineralöl, die infolge von Unkenntnis beim Nachfüllen oder Ölwechsel passieren und schwere Schäden zur Folge haben können, sollte die umgestellte Anlage in der Nähe der Tanköffnung deutlich gekennzeichnet werden (z.B. durch einen geeigneten Aufkleber). Aus dem gleichen Grund sollte eine ausreichende Menge NATOIL zum Nachfüllen von Leckagen bereitgehalten werden, damit nicht aus Verlegenheit Mineralöl zum Nachfüllen verwendet wird.

Es lohnt sich schon bei mittelgroßen Anlagen ab ca. 100 l Ölvolumen, regelmäßige Ölproben zu entnehmen und im Labor auf Verschleißerscheinungen zu untersuchen. Üblich sind Prüfintervalle von 500 Betriebsstunden. Damit erhält man erstens eine regelmäßige Information über den Zustand der Anlage. Zweitens kann der Ölwechsel bedarfsgerecht, d. h. in der Regel später als bei festen Intervallen geplant werden.

So können erhebliche Einsparungen erreicht werden.

Weiterführende Informationen

Dokument

Anleitung zur Umrüstung